Abgeschickt von tookitoke am 12 Maerz, 2001 um 20:50:50:
Antwort auf: Re: nicht allein.... von nicht schuldig am 08 Januar, 2001 um 22:14:59:
: Ich bin total mit Ihnen einverstanden wenn Sie von Stalking bei den Journalisten reden die sich herumtumeln und eben "benutzen".
: Ich glaube dass das Benutzen des Anderen in der Beziehung ausschlaggebend für ein Verhalten ist was eben als Stalking bezeichnet werden kann. Ich rede in diesem Falle von der grundsätzlichen Frage nach Dialog, Erklärungen, aufrichtigen Antworten, nach Verantwortungsgefühl und dem sich dem stellen was das sogenannte "Stalking-Opfer" eben auf dem menschlichen Plan falsch gemacht hat.
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: Denn persönlich glaube ich wenn gewisse Leute sich auf einmal dabei ertappen dass sie stalken, dann hat das ein dumpfes Gefühl von Ausgenutztsein als Ursprung. Ausgenutzsein was sich in der Hinsicht immer nur verfestigen kann wenn der andere, das sogenannte "Stalking-Opfer" den anderen ohne Worte und Erklärung abschiebt un daher eigentlich auf den Rang des Dinges, der Sache zurückstellt und daher auch oft die Dinge noch schwieriger macht.
: Denn es sei hier daran erinnert dass der Mensch sich vom Ding und vom Tier entscheidet in der Hinsicht dass es den "logos", das Wort, die Sprache beherrscht. Für mich sind Ausgenutztsein und das Verweigern des Dialoges, also des Logos, im ersten Sinne, des Denkens, Analysierens, Sichstellens und, im zweiten Sinne, des Teilens und des aufrichtigen Dialoges eng miteinander verstrickt sind.
: Und für mich liegt in der Verweigerung des Dialogues, des Analysierens und am besten des Analysierens zu zweit und das Rutschen in den Bereich des Ausnuzten, des Nutzen in wortwörtlichen Sinne also, der Konsommation und des Reduzieren des Anderen auf den Status des Objektes die Keimelemente des Stalking. Und das Problem ist das Zwischen-ein-ander, sie sind zwei und das Problem liegt in der Beziehung zwischen den zwei und nicht nur bei einem.
: Und hier müsste vielleicht die ganze Gesellschaft in Frage gestellt werden. Konsumieren, Feigheit, Manktum von menschlicher Tiefe und Konsistenz, Unfähigkeit zum aufrichtigen Dialog, das nicht mehr im Stande sein sich den Dingen zu stellen, sich nicht DEM ANDEREN GEGENÜBER VERPFLICHTET fühlen, und alles was dies mit sich bringt das eigntliche Problem in der Frage Stalking.
: Denn wenn es so viele Stalker gibt und ich glaube wirklich dass es deren viele gibt und es werden deren immer mehr geben - leider -, dann ist es nicht dass all diese Leute krank und verrückt sind (ausser man sagt dass die heutige Welt und Gesellschaft verrückt ist - was schon eher wahr ist), ausser man bezeichnet alles was den Menschen ausmacht und sein eigentliches Wesen und seine Würde als was Krankes. Dann wäre Menschsein eine Krankheit und Jahrhunderte von Kultur und Zivilsation, von Kunst und Denken hätten nie existiert. Das Wort und der Respekt, das ist Menschsein. Das Suchen nach Dialog. Schon das Baby und das Kleinkind manifestieren sich und sind darin schon Mensch.
: Ich bin nicht Pratikant aber ich glaube, dass dies der grundlegende Satz der Menschheit ist : "Am Anfang war das Wort". Eine Welt ohne Worte ist die Welt der Dinge, die Welt wo der Mensch nicht mehr in seinem Menschsein existiert. Nicht mehr Mensch ist.
: Der Stalker ist auch irgendwo der Mensch der sich grundlegender revolutiert als dass er nur an einer Nevrose leidet. Und dies glaube ich ist auch grundlegend wenn man dieses Problem analysieren will. Ich lehne die platte psychologische Analyse ab, da die Psychanalyse selbst noch nach seinen grunglegenderen Fundamenten suchen muss.
: Das wäre Alles zu einfach. Dann sind wir ja im kindischen System das ist der Gute und das ist der Böse. Der schiere Blödsinn.
: Ich glaube es ist ein Gesellschaftsproblem und vieilleicht kann man jeden, den der "gestalkt" wird und der der "stalkt" nur als Opfer bertrachten, Opfer des Wandelns unserer heutigen Gesellschaft und der MEDIEN. Aber das Problem ist enorm und man könnte Stunden darüber diskutieren.
: Sowieso geht es für mich darin nur um Opfer und um Unwissenheit egal von welcher Seite man es nimmt.
: Aber ich finde es wäre gut die Dinge an ihrer eigentlichen Wurzel zu nehmen und die Stalker par excellence, die Journalisten hiervon fernhält. Für mich fehlt es ihnen einfach an Kompetenz und es rutscht Alles in eine noch schiefere Bahn und Einfachheit. Das Problem ist aber sehr komplex und auch sehr ernst zu nehmen. Man soll es mit Verantwortung angehen.