Abgeschickt von Susanne Schumacher am 24 Maerz, 2000 um 12:37:56:
Antwort auf: Hallo Susanne... >;-) von Briareos am 23 Maerz, 2000 um 23:57:40:
Hallo Briareos, worüber sprechen wir hier eigentlich? Die Anti-Stalking-Gesetze in einigen Ländern wurden gemacht, damit man bei schweren Stalking-Fällen frühzeitig eingreifen kann. Was macht man mit einem Menschen, der zum Beispiel eine Obsession auf Kati Witt entwickelt hat, ihr rund um die Welt folgt und in seinen Briefen schreibt: Er sehe sich als ihr Ehemann und wenn sie ihn betrüge, müsse er sie umbringen. Was sagt man einer Frau, die von ihrem Exmann bedroht wird, sich mehrfach Hilfe suchend an die Polizei wendet und immer nur ein Schulterzucken erntet, bis sie tot gefunden wird? Was sagt man einem Mann, der durch das Stalking einer Frau, die in Liebe zu ihm entbrannt ist und mit Verleumnungen und falschen Behauptungen die Ehe des Manns ruiniert und seinen Arbeitgeber dazu bringt, das er entlassen wird? Soll man da weggucken? Soll man da sagen: Sorry, das ist eine unbekannte spirituelle Macht, die euch zusammen gebracht hat und ihr seid für einander bestimmt? Ich sehe in solchen Fällen keine Möglichkeit mehr des gegenseitigen Verstehens. Ein anderer Punkt, und da gebe ich dir völlig recht, ist der Umgang miteinander bei Trennungen. Womöglich würden klärende Worte zwischen "Opfer" und "Täter" weitere Handlungen verhindern. Jedoch, was macht ein Mensch, der sich von dem anderen getrennt hat und der dem anderen erklärt hat, warum er keine Beziehung möchte, und der Verlassene will das nicht akzeptieren? Es mag vielleicht sein, dass es eine "höhere Macht" gibt, die alles vorbestimmt, aber eine Beziehung kann man nicht erzwingen. Liebe hat mit Loslassen zu tun.
Ich würde mir nie erlauben einen anderen Menschen, der leidet, weil er verlassen wurde zu sagen: Du bist böse und gehörst eingesperrt. Ich wehre mich bloss gegen Menschen, die keinen Respekt vor der Haltung und Meinung eines anderen haben. Dieses Forum dient der gegenseitigen Auseinandersetzung. Dazu gehört auch, dass man respektvoll mit dem Leid anderer umgeht. Formulierungen wie z.B. "Stalking sei ein unrealistischer Kunstbegriff" halte ich für fehl am Platz, weil es Stalking wirklich gibt.