Abgeschickt von Dunja am 24 Maerz, 2000 um 17:16:21:
Antwort auf: Re: Zweites Kompliment von Karin am 17 Maerz, 2000 um 22:27:39:
Liebe Karin,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich mache selbst auch eine Therapie. Es ist zwar sehr interessant, wenn einem jemand gewisse Zusammenhänge aufzeigt, aber ändern kann das nicht wirklich was. Ich habe auch das Gefühl, daß es am besten ist, wenn man sich einfach ablenkt und versucht, nicht dran zu denken. Denn je mehr man über ein Problem redet, desto mehr gerät es in den Vordergrund.
Mich würde interessieren, wieso denn Deine Beziehungen, die Du hattest, gescheitert sind. Hast Du Dich von den Männern getrennt oder sie sich von Dir?
: nein. Ich denke der Punkt ist (zumindest für mich): es gibt keine Möglichkeiten, aus denen ich wählen kann. Du kannst mir glauben, ich habe mich sehr gut über gangbare Wege informiert und sie probiert, es gibt nichts mehr, was eine Therapeutin mir noch sagen könnte, keine verborgenen Zusammenhänge tief in meiner Seele, die noch nicht beleuchtet worden wären.... ich habe Psychologie im Nebenfach studiert, ich habe Biochemie studiert, ich kenne neurochemische Zusammenhänge bis ins kleinste Atom. Ich bin mit Serotoninrezeptoren auf "Du und Du". Es ist, als wäre man ein Chirurg, der sich selbst bei vollem Bewußtsein beim Operieren zu sieht.
: Das hört sich sehr fatalistisch an (ich weiß). Aber ich habe so einen Weg gefunden zumindest halbwegs normal leben zu können. Die ewige Nabelschau der eigenen Psyche führt nicht aus den Problemen hinaus, sondern nur noch tiefer rein. Ignorieren, Augen zu und durch. Die Konsequenz daraus ist, daß man auf Dinge im Leben verzichten muß, die für andere selbstverständlich sind, wie Liebe und Partnerschaft. Traurig, aber immer noch besser, als sich langsam aber sicher selbst zu zerstören. Zumindest habe ich heute kein Verlangen mehr danach, zusammen mit dem Fön baden zu gehen, wie es zu Zeiten meiner Therapie der Fall war.