Abgeschickt von Dr. Volkmar von Pechstaedt am 17 Maerz, 2000 um 14:20:02
Antwort auf: Re: Herr von Pechstaedt von Gerd Weiler am 16 Maerz, 2000 um 17:54:06:
Lieber Herr Weiler,
ich möchte noch einmal darauf zurückzukommen, was Sie über den Mitschüler Ihrer Tochter geschrieben haben, nämlich dass er ein ungewöhnlich intelligenter Mensch sei. Psychologen haben bei vielen Stalker eine außerordentlich hohe Intelligenz festgestellt und zudem, dass Stalker, insbesondere die, die an Erotomanie leiden, bis auf Ihren "Wahn" völlig normal sein können.
Dass wortgewandtes Auftreten - gerade bei noch sehr jungen Leuten - zu beeindrucken vermag, ist verständlich. Doch so spannend es für Sie auch sein mag, sich mit ihm zu unterhalten, vielleicht auf von ihm vorgebrachte Rechtfertigungen für sein Verhalten und Argumente zu reagieren, so wenig tun Sie sich, Ulrike und Martin damit einen Gefallen. Nach meiner Auffassung ist es hier wirklich das beste, jeglichen Kontakt zu vermeiden.
Dies wird insbesondere für Martin sehr schmerzlich sein. Aber ich halte es für den einzigen Weg dahin, dass er von seinem Verhalten ablässt und seine starke Zuneigung erlischt. Wenn er dazu in der Lage ist, einen solchen völligen "Bruch" zu realisieren, wird er merken, dass er bei Ulrike keine Chancen hat und dass sein Verhalten zu nichts als Ärger für ihn und Ulrike führt. Es könnte wie ein seinerseitiges "Aufwachen" wirken. Wenn nicht, dann müssen ihm - bei Überschreiten einer gewissen Schwelle - z. B. auf rechtlichem Wege Grenzen für sein Handeln gesetzt werden.
Dafür ist es - wie bereits darlegt - wohl noch zu früh. Man sollte auch berücksichtigen, dass z. B. ein Ermittlungs- bzw. Strafverfahren Spuren hinterlassen würde, die Martin manches "verbauen" könnten. Anlass dafür sehe ich derzeit nicht, weil nach meinem Dafürhalten durch Martins bisheriges Verhalten, so wie Sie es geschildert haben, noch Straftatbestand erfüllt sein dürfte. Was seine Suizid-Drohungen betrifft, so glaube ich - und ich hoffe sehr, ich täusche mich darin nicht - dass diese momentan nur zum Aufmerksamkeit-Heischen dienen, aber nicht ernst gemeint sind.
Ihr
Volkmar v. Pechstaedt