Abgeschickt von Gerd Weiler am 16 Maerz, 2000 um 17:54:06:
Antwort auf: Re: Sorgen um meine Tochter von Dr. Volkmar von Pechstaedt am 16 Maerz, 2000 um 17:15:39:
Lieber Herr von Pechstaedt,
ich danke Ihnen nachdrücklich für Ihre schnelle Reaktion auf meine Anfrage. Nein, von Stalking kann wahrscheinlich wirklich noch nicht die Rede sein, aber die Betonung lege ich hierbei auf "noch".
Ulrike hat diesen Knaben vor zwei Monaten auf einer Geburtstagsfeier kennengelernt und wohl dort bereits die Erfahrung machen müssen, daß er ihr nicht von der Seite wich. Zumindest kam sie ziemlich genervt nach Hause, hat sich -genau wie ich- zum damaligen Zeitpunkt wohl noch nicht träumen lassen, daß es dann erst richtig "losgehen" würde. Auffällig an Martins (so sein Name) ist, daß er -zum Glück!- Ulrike gegenüber zu keiner Art von physischen Gewalt greift, will heißen: Er bedroht sie nicht, läßt ihr Fahrrad ganz und versucht auch sonst nicht, sie körperlich zu Schaden zu bringen. Er droht wie gesagt "nur" mit Gewalt gegen sich selber.
Als seine Schwärmerei anfing, hat meine Tochter noch gelacht (ich auch!). Sie hat mir die Briefchen gezeigt, die er ihr inzwischen massenweise hat zukommen lassen und ich habe den Eindruck, daß dieser liebestolle Schwärmer im Grunde ein ungewöhnlich intelligenter Mensch ist, jedenfalls dem nach zu urteilen, was er schreibt respektive wie er es formuliert. Umso erstaunter bin ich, daß er sein Realitätsempfinden offenbar so weit zurückgeschraubt hat, daß er sich in eine Erwartungshaltung hereinsteigert, der meine Tochter nicht gerecht zu werden willens und in der Lage ist (das sagt sie selber und ich habe keinen Grund, an ihrer Darstellung der Dinge zu zweifeln).
Neben Briefen versucht er sich jetzt auch am Telefon. Meine Tochter geht seitdem nicht mehr beim Klingeln ans Telefon, also fällt es mir zu, Martin abzuwimmeln. Auch am Telefon bestätigt sich der Eindruck, den man angesichts seiner Briefe hat: Intelligent, wortgewandt, aber andererseits eben auch äußerst "besitzergreifend". Ulrike meinte jedenfalls, daß das auch der Hauptgrund sei, weshalb sie Martin ablehne ("Papa, der würde mir die Luft abdrücken! Mit dem hätte ich keine Minute mehr für mich!").
Nochmals danke für Ihre schnelle Antwort und Ihren Internet-Seiten viele interessierte Nutzer!
Gerd Weiler