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Stalking beschreibt das Verhalten von Menschen, die einen Mitmenschen mit ständigen Telefonanrufen, Briefen, E-Mails, Auflauern und Verfolgen, Liebesbekundungen oder Drohungen verfolgen, belästigen, terrorisieren. Für Stalking gibt es weder eine allgemein typische Verhaltensweise noch eine bestimmte Ursache oder spezielle Motivation. Auch ist Stalking kein neues Krankheitsbild.

Stalker sind nicht zu verwechseln mit Menschen, die vorübergehend unter Liebeskummer leiden und ihren ehemaligen Partner noch eine Weile mit Telefonanrufen oder Briefen behelligen. Vielmehr handelt es sich eher um ein einseitiges Kontaktstreben. Der eine (Stalker) versucht Aufmerksamkeit zu bekommen. Er möchte in irgendeiner Form eine Beziehung zu einem anderen Menschen (Opfer) erlangen. Doch die andere Person will dies nicht, kann aber die Kontaktversuche nicht unterbinden.

Wer stalkt?
Untersuchungen ergaben, dass 80% der Stalker Männer sind. Und dass es sich dabei in den meisten Fällen um Ex-Partner handelt.

Motive
Das Verhalten von Stalkern ist von einem massiven Realitätsverlust gekennzeichnet. Sie empfinden weder ihre Wahrnehmung noch ihr Verhalten als problematisch, vielmehr stellt dies in ihren Augen eine gerechtfertigte Reaktion auf die vom Opfer verschuldeten Ursachen dar. Das Opfer ist schuld an einer Kränkung, einer Provokation, einer falschen Diagnose. Deshalb ist Psychoterror mehr als berechtigt. Stalker sind leicht kränkbar. Sie wollen Liebe oder Rache, aber auf jeden Fall Aufmerksamkeit um jeden Preis, im Guten oder, wenn das nicht möglich ist, im Schlechten.

Inzwischen gibt es verschiedene Versuche Stalker zu typologisieren um sie in ihrer mannigfaltigen Ausprägung besser fassbar zu machen und Aussagen über den Verlauf, die Gefährlichkeit und mögliche Interventionsstrategien zu treffen. Allerdings leiden alle diese Einordnungen daran, dass individuell unterschiedlich gelagerte Fälle in eine zu grobe Form gepasst werden.