Abgeschickt von Armin Müller-Westphal am 31 Maerz, 2000 um 18:05:28:
Antwort auf: Begrifflichkeit und Problem von Bernd Michael Klos am 30 Maerz, 2000 um 22:34:35:
: Ich kann die Bezeichnung "Liebenswahn" nicht akzeptieren. Seit Jahren habe ich mit Beteiligten solcher Stalking-Situationen zu tun, mit den Tätern, den Opfern und weiteren Beteiligten, i.d.R. aus dem Umfeld der Opfer. In keinem einzigen dieser Situationen habe etwas von "Liebe" gespürt. Es wurden zwar die Begriffe wie Liebe, Vertrauen, Freundschaft verwendet, jedoch in völlig anderem Sinn, als dies im sprachlichen Umgang der Fall ist.
: Stalking ist reine Machtausübung, die Demonstra tation, was man über eine andere Personen errei chen kann, wie man diese lenken, beeinflussen, einschüchtern und verängstigen kann. Deshalb er fährt die Polizei, die Justiz oft auf Umwegen von diesen Problemen. Oft in der schlechten Form, daß aus dem persönlichen Nahraum des Opfers jemand nicht mehr länger zuschauen kann, "die Nerven verliert", nun mit untauglichen Mitteln den Täter körperlich angeht und jetzt als Beschuldigter durch das "Opfer", also den Täter des Stalking, bei der Polizei zur Anzeige gebracht wird und mit einem staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren konfrontiert ist.
: Aus meinen bisherigen Erfahrungen behaupte ich, daß die gesetzlichen Regeln - richtig angewandt - ausreichen. Es fehlen regionale Beratungsperson en, die in der Lage sind die Opfer von Stalking zu stützen, zu begleiten und sachkundig informie ren, damit diese sich in der Lage sehen über einen Anwalt zivilrechtliche und parallel strafrechtliche Schritte zu unternehmen. Häufig ist das wirken der täter bereits so nachhaltig gewesen, daß die Opfer gerade diese Schritte ohne Hilfe nicht gehen können.
: Wünschenswert wäre deshalb eine Gruppe des WR oder innerhalb Polizei + Justiz, die -öffentlich bekannt - Ansprechpartner sein könnte.
: Mit freundlichen Grüßen
Ich muß da aber schon widersprechen.
Ich selbst habe mal eine Frau sehr geliebt.
Sie enstammte meinem Umfeld. Es war wirklich Liebe,
so vom Herzen und so, also nicht sexuell. Sie war
so, wie ich mir eine Partnerin immer vorstellte.
Doch sie hatte nur ihre Karriere im Kopf. Und wer
kann einfach seinem Traum so schnell good bye
sagen ? Also denkt man, mit der Zeit kann man sie
erobern. Man umwirbt sie eben. Bei mir war also
keinerlei Aggression im Spiel. Ich wollte sie
eben möglichts oft sehen. So wie ich das mitbekommen
habe, hat sie mein Tun natürlich bemerkt, aber
richtig gestört hat sie es nicht. Sie nahm alles
cool auf. Klar, hatte eine andere Frau genervt
reagieren können. Ich machte ja auch nicht besonders
viel. Ich schickte Blumen, traf sie auf der Straße,
ohen ihr allerdings nachzulaufen Ich wußte, wo
sie zu finden war. Sie zeigte sich eher amüsiert.
Heutzutage würde man wohl versuchen das in die
Kategorie Stalking einzuordnen. In wahrer war
es eben nur so, daß ich eben stark verliebt war,
und leider davon nichts zurückkam.
Daher finde ich den Begriff Stalking also auch
total fehl am Platze.
Bestarfen muß man immer Übertreibungen, und nicht
jeder soziale Annäherunsgversuch. Schließlich
hat ja alles sein Eigendynamik, und daher kann
eine Frau unter Umstaänden ja doch noch erobert
werden. Ein Freund von mir hat durch seine
Hartnäckigkeit seine jetzige Freundin bekommen.
Warum also da überhaupt gesetzlich einen Riegel
vorschieben wollen. Wir sind doch alle keine
kleinen Kinder mehr sondern erwachsene Menschen.
Liebe und Psyche, das ist eben so eine Sache.
Leute - bleibt mal auf dem Teppich !
Armin Müller-Westphal